Bundestags-Wahlergebnisse der AfD in den Gemeinden des Kreises Düren

Danke an unsere Helfer ;-)!
Bernd Essler: Alice Weidel auf Schloss Burgau

Es ist vollbracht! Die Alternative für Deutschland ist im Bundestag. Wie auch schon bei allen bisherigen Wahlen entsprechen die Ergebnisse im Kreis Düren ziemlich genau dem NRW-Landesdurchschnitt: Im Kreis Düren holte die AfD 9,6% der Zweit- und 9,0% der Erststimmen, in NRW waren es 9,4% der Zweit- und 9,0% der Erststimmen (gemittelt über die 58 Wahlkreise, in welchen die AfD einen Direktkandidaten stellte. Gemittelt über alle 64 Wahlkreise in NRW ergaben sich 8,1%). NRW ist im Ländervergleich leider keine AfD-Hochburg: Natürlich gab es hier regional auch Top-Ergebnisse (etwa 30 Prozent in Duisburg-Marxloh), aber mit Münster (4,9%) eben auch den bundesweit einzigen Wahlkreis, in welchem die AfD unter 5 Prozent blieb. Insgesamt liegen die 9,6% in NRW damit noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 12,6%, vom sächsischen Spitzenwert ganz zu schweigen (27,0%,  Platz 1, zum ersten Mal seit der Wende wurde nicht die CDU stärkste Partei in Sachsen). Aber Schlusslicht ist NRW auch nicht – in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg schnitt die AfD schlechter ab.

Aber zurück zum Kreis Düren und seinen 15 Städten und Gemeinden (komplette Liste hier) .  Wie man sieht, geht es überall aufwärts.  Mancherorts schneller, anderswo langsamer, aber immer nach oben.

Insgesamt setzt sich der bereits bei den Landtagswahlen 2017 erkennbare Trend fort:

  • Bei der Bundestagswahl 2013 und noch deutlicher bei der Europawahl 2014 schnitt die AfD fast überall südlich der A4 besser ab als nördlich davon (die Ausnahmen bildeten die Süd-Gemeinden Heimbach und Merzenich) .  Dieses Süd-Nord-Gefälle scheint zum Teil noch zu bestehen: Linnich und Jülich bleiben hinten.
  • Beginnend mit der Landtagswahl 2017 scheinen aber einige Gemeinden den „Fluch des Nordens“ durchbrochen zu haben. Ganz besonders Niederzier und Aldenhoven (und schwächer auch Inden) – wohl nicht zufällig die Gemeinden, in welchen die SPD sowohl bei den Landtags- als auch den Bundestagswahlen vor der CDU oder zumindest gleichauf mit dieser lag. Dies deutet darauf hin, dass die AfD hier neue Wählerschichten erschlossen hat, welche 2013 und 2014 noch nicht so „AfD-affin“ waren. Aber auch Merzenich und Titz konnten sich vor die meisten Eifel-Gemeinden schieben.

Deutlicher wird die unterschiedliche Entwicklung, wenn man sich die relative Differenz der Stimmen in der jeweiligen Gemeinde zu den Stimmen im Kreis Düren anschaut. Beispiel: in Nörvenich holte die AfD bei der Bundestagswahl 2017 11,2% der Zweitstimmen. Das sind 1,6 Prozentpunkte oder 16,1% mehr als der Kreis-Durchschnitt von 9,6%. Zur Europawahl 2014 und zur Landtagswahl 2017 war der relative Vorsprung Nörvenichs (6,3% bzw. 9,2%) vor dem Kreisdurchschnitt (5,2% bzw. 7,7%) sogar noch etwas größer, nämlich 20,4% und 20,1%, d.h. das Feld ist wieder etwas zusammengerückt.

Insgesamt gibt damit nun diese Rangfolge:

  • Nörvenich verteidigt mit 11,2% souverän die seit der Europawahl 2014 eingenommene Spitzenposition. Auf Ortsteilebene (komplette Liste hier) sind die beiden absoluten AfD-Hochburgen  des Kreises übrigens die Nörvenicher Ortsteile Oberbolheim (16,9%) und Irresheim (16,2%). D.h.: Irresheim ist zurück: Bei Bundestagswahl 2013 und Europawahl 2014 lag Irresheim auf Platz 1,  bei der Landtagswahl 2017 aber nur auf Platz 6 der AfD-Rangliste. Aber auch am unteren Ende der Rangliste ist Nörvenich vertreten: In Nörvenich-Hochkirchen holte die AfD mit 4,0% ihr zweitschlechtestes Ortsteil-Ergebnis im Kreis.
  • Die Kreisstadt Düren holt 11,1% und damit, wie auch schon zur Landtagswahl, den zweiten Platz.  Der best Stimmbezirk der Stadt Düren (komplette Liste hier) ist, wie auch schon zur Landtagswahl, das Satellitenviertel. Hier wurden diesmal sogar die 20% geknackt: Jeder 5. Wähler wählte AfD (am unteren Ende in Düren liegt Berzbuir & Kufferath mit 7,1%).
  • Auf den Plätzen 3 bis 4 folgen Niederzier und  Aldenhoven mit je 10,6%. Aldenhoven war 2013 noch die Gemeinde mit dem zweitschlechtesten (Platz 14) und 2014 sogar dem schlechtesten (Platz 15)  AfD-Ergebnis im Kreis,  und auch Niederzier lag 2013 (Platz 8) und 2014 (Platz 11) eher im hinteren Mittelfeld. Aber das hat sich geändert.  Und dies hat sicher etwas damit zu tun, dass nur in  Niederzier und  Aldenhoven die SPD mehr Stimmen als die CDU holte (siehe unten).
  • Auch die Plätze 5 und 6 liegen über dem Kreisdurchschnitt: Merzenich (10,0%) und Vettweiß (9,9%). Beide zeigen eine überdurchschnittliche Verbesserung im Vergleich zu den Landtagswahlen 2017. Merzenich gehört ähnlich wie Niederzier und Aldenhoven zu den „Spätstartern“ (ist aber im Unterschied zu diesen CDU-dominiert, und Vettweiß sowieso). Vettweiß zeigt überhaupt eine schwankende Performance im Vergleich zum Kreisdurchschnitt.  Die Vettweißer Ortsteile Vettweiß (Kernort, 15,7%) und Froitzheim (15,5%) liegen diesmal sogar auf den Plätzen 3 und 4 der Ortsteil-Rangliste.
  • Inden (9,1%, Platz 7) ist wieder etwas unter den Kreisdurchschnitt gefallen. Auch Inden gehört wie Niederzier und Aldenhoven zu den „Spätstartern“, was wohl genau wie dort auch am Wählermilieu liegt: hier lag die SPD praktisch gleichauf mit der CDU (zur Landtagswahl 2017 lag die SPD in Inden sogar vor der CDU – und die AfD über dem Kreisdurchschnitt).
  • Auf Platz 8 mit 9,0% Langerwehe. Zur Bundestagswahl 2013 noch auf Platz 1, aber dann zogen die anderen vorbei:  Europawahl 2014 Platz 5, Landtagswahl 2017 Platz 7, nun Platz 8.
  • Auf Platz 9 Titz mit 8,8%. Bis einschließlich zur Europawahl2014 war Titz die Gemeinde mit dem besten AfD-Ergebnis im sogenannten Nordkreis (im Wesentlichen der ehemalige Kreis Jülich). Seit der Landtagswahl 2017 (und dem Aufstieg Aldenhovens) ist Titz nur noch auf Platz 2 im Nordkreis (wenn man Niederzier und Inden zum Südkreis zählt. Niederzier gehörte vor 1972 überwiegend zum damaligen Kreis Düren, nur die nördlichen Ortsteile zum Kreis Jülich. Inden gehörte zum Kreis Jülich, ist aber mittlerweile durch die Ortsverlagerung und das Voranschreiten des Tagebaus praktisch zur Südkreis-Gemeinde geworden).  Wer etwas Erholung von der AfD benötigt, sollte einen Ausflug in die Titzer Ortsteile  Spiel und Sevenich unternehmen: hier gab es das kreisweit schlechteste AfD-Ergebnis auf Ortsteilebene (3,1%).
  • Auf den Plätzen 10 bis 12 dann mit Kreuzau (8,7%), Nideggen (8,7%) und Hürtgenwald (8,4%) drei Eifel-Gemeinden. Zur Bundestags- und Europawahl lagen sie noch über dem Kreisdurchschnitt, aber danach zogen andere Gemeinden vorbei.
  • Die Schlusslichter (Plätze 13 bis 15) bilden Linnich (8,3%),  Heimbach (7,9%) und Jülich (7,3%).  Linnich wurde zur Bundestagswahl 2013 Letzter, und kam seitdem stets auf Platz 13. Heimbach lag 2013 zwar auf Platz 10 und nur knapp unter dem Kreisdurchschnitt, aber wurde dann durchgereicht (2014 Platz 12, 2017 bei beiden Wahlen Platz 14). Jülich, die zweitgrößte Stadt des Kreises, kam 2013 auf Platz 12, 2014 wurde es sogar Platz 9 (da waren die SPD-dominierten Gemeinden noch nicht durchgestartet), aber seit der Landtagswahl 2017 hält Jülich die rote Laterne.

Hier noch der Vergleich mit den Wahlergebnissen der anderen Parteien. Die AfD lagt in allen Gemeinden vor Linken und Grünen, vor der FDP hingegen nur in Düren, Niederzier und Aldenhoven. CDU und FDP erreichten beide in Heimbach ihre besten Werte, die SPD in Aldenhoven, die Linke in Düren und die Grünen in Jülich. Ihre schlechtesten Werte holten die CDU in Aldenhoven, die SPD in Heimbach, die FDP in Vettweiß, die Linke in Inden und die Grünen in Aldenhoven.

Danke an unsere Helfer ;-)!
Bernd Essler: Alice Weidel auf Schloss Burgau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.