AfD-Landtagswahlergebnisse in den Gemeinden des Kreises Düren

Bernd Essler: Tihange und der Dürener Stadtrat
Zur Ratssitzung am 3. Mai

Die folgende Grafik zeigt die Wahlergebnisse die Alternative für Deutschland bei bisherigen Wahlen in den 15 Städten und Gemeinden des Kreises Düren:
Die AfD hat demnach bei den Landtagswahlen 2017 im Vergleich zu den vorangegangenen bundesweiten Wahlen (Bundestagswahl 2013 und Europawahl 2014) überall zugelegt,  und liegt jetzt in allen 15 Kommunen über 5 Prozent.

Allerdings gab es stärkere und schwächere Aufsteiger. Geradezu als ob in einigen Gemeinden die Wähler erst jetzt auf den Geschmack gekommen sind. Und damit kam auch Bewegung in die Rangordnung der 15 Kommunen. Am deutlichsten wird dies, wen man sich die relative Differenz der Stimmen in der jeweiligen Gemeinde zu den Stimmen im Kreis Düren anschaut. Beispiel: in Nörvenich holte die AfD bei der Landtagswahl 9,2%. Das sind 1,5 Prozentpunkte oder 20,1% mehr als der Kreis-Durchschnitt von 7,7%:

Bei der Bundestagswahl 2013 zeigten die Wahlergebnisse der AfD im Kreis Düren noch ein typisches Süd-Nord-Gefälle: Höhere Werte (4,3-4,1%)  südlich der A4 (mit Ausnahme von Heimbach und Merzenich), niedrigere Werte (4,0-3,3%) überall nördlich davon. Bei der Europawahl 2014 verstärkte sich der Effekt sogar noch einmal: Dort, wo die AfD schon 2013  über dem Kreisdurchschnitt lag, legte sie überproportional zu  (mit Ausnahme von Kreuzau und vor allem Vettweiß, hier lag die AfD 2013  etwas über dem Kreisdurchschnitt von 4,0%, 2014 „nur“ noch etwa auf dem Kreisdurchschnitt von jetzt 5,2%).  Die AfD übersprang im Süden fast überall die Fünf-Prozent-Marke (die Ausnahmen waren wieder Heimbach und Merzenich), Spitzenreiter war Nörvenich mit 6,3%. Im Nordkreis dagegen legte sie unterdurchschnittlich zu, nur in Titz kam übersprang sie knapp die fünf Prozent. Das Feld driftete auseinander.

Und so sah es nun bei der Landtagswahl 2017 aus:

  • Nörvenich verteidigt mit 9,2% souverän die bereits zur Europawahl eingenommene Spitzenposition.
  • Dicht dahinter die Kreisstadt Düren mit 8,9%, welche ebenfalls vorn bleibt (und sich von Platz 4 2013 und 2014 auf Platz 2 vorschob). In Düren schnitt ansonsten auch die Linke am besten im Kreis ab.
  • Auf den Plätzen 3 bis 5 folgen nun allerdings drei Aufsteiger von nördlich der A4. Aldenhoven, 2013 noch Vorletzter (Platz 14) und 2014 überhaupt Letzter, kommt nun auf 8,6%, dicht gefolgt von Niederzier (8,5%), bisher im hinteren Mittelfeld (2013 Platz 8, 2014 Platz 11) . Und auch Inden, bisher Platz 13 bzw. 14, überwindet nun mit 7,7% knapp den Kreisdurchschnitt.
    Die drei Aufsteiger Aldenhoven, Niederzier und Inden haben noch etwas gemeinsam: Sie sind das „Team SPD“, nur hier holte die SPD mehr Stimmen als die CDU (in Niederzier holte die SPD ihre Bestmarke im Kreis).
  • Dicht hinter Inden folgt Merzenich (einer der beiden bisherigen „Under-Performer“ südlich der A4). Merzenich steigt damit ebenfalls stark auf, verfehlt aber mit 7,6% knapp den Kreisdurchschnitt.
  • Auf Platz 7 mit 7,3% dann der erste „Absteiger“ Langerwehe. Zur Bundestagswahl 2013 kam Langerwehe  im Spurt aus dem damals noch eng beieinander liegenden Feld auf Platz 1, aber dann holten die anderen auf. Zur Europawahl 2014 dann nur noch Platz 5, und nun Platz 7.
  • Auf Platz 8 Titz mit 7, 2%. Bei den bisherigen Wahlen war Titz die beste Gemeinde im Nordkreis, nur hier übersprang die AfD nördlich der A4 fünf Prozent bei der Europawahl. Diesmal zog Aldenhoven davon, Titz bleibt aber vor allen übrigen Nordkreis-Gemeinden (wenn man Niederzier und Inden zum Südkreis zählt. Niederzier gehörte vor 1972 überwiegend zum damaligen Kreis Düren, nur die nördlichen Ortsteile zum Kreis Jülich. Inden gehörte zum Kreis Jülich, ist aber mittlerweile durch die Ortsverlagerung und das Voranschreiten des Tagebaus praktisch zur Südkreis-Gemeinde geworden).
  • Auf den Plätzen 9 bis 12 dann mit Nideggen (7,1%), Vettweiß (7,0%), Hürtgenwald (6,9%) und Kreuzau (6,8%) das übrige „Team Eifel“. Zur Bundestags- und Europawahl machten diese vier Gemeinden gemeinsam mit Langerwehe, Nörvenich und Düren noch die ersten 7 Plätze unter sich aus (2013 Langerwehe vor Nideggen, Vettweiß, Düren, Nörvenich, Hürtgenwald und Kreuzau. 2014 Nörvenich vor Hürtgenwald, Nideggen, Düren, Langerwehe, Kreuzau und Vettweiß), aber jetzt sind andere besser. In Nideggen holten die Grünen ihre Bestwerte im Kreis.
  • Auf Platz 13 und 14 Linnich (6,7%) und Heimbach (6,3%). Beide wohl erwartungsgemäß keine AfD-Hochburgen. Linnich wurde 2013 Letzter, 2014 wie jetzt Platz 13. Heimbach lag 2013 zwar auf Platz 10 und nur knapp unter dem Kreisdurchschnitt, aber ohne Anschluss zum „Team Eifel“, und wurde dann durchgereicht (2014 Platz 12 und jetzt 14). Vor allem Heimbach setzt stark auf CDU und FDP, welche hier ihre Kreis-Bestwerte holten.
  • Und dann das Schlusslicht: Jülich, die zweitgrößte Stadt des Kreises, mit 5,7%.  2013 lag Jülich mit Platz 12 auch schon im hinteren Viertel, 2014 wurde es dann zwar Platz 9 (aufgrund schwächerer Steigerungen anderswo), aber nun die rote Laterne. Um das Jülicher Ergebnis nicht unterzubewerten: Auch 5,7% sind eine Steigerung im Vergleich zu den bisherigen Wahlen, selbst in Jülich wurden es (im Gegensatz zu einigen Aachener und Kölner Wahlkreisen) mehr als fünf Prozent und die AfD liegt auch hier, wenn auch knapp, vor den Grünen. Trotzdem: In Jülich liegt noch Potential.
Bernd Essler: Tihange und der Dürener Stadtrat
Zur Ratssitzung am 3. Mai

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