AfD-Bundestagswahlergebnisse im Ländervergleich

AfD-Wahlergebnisse in der Stadt Düren: Hochburgen und Schwachpunkte
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Mehr als eine Woche ist seit den Bundestagswahlen 2017 vergangen – Zeit für einen Ländervergleich der Ergebnisse der Alternative für Deutschland. Die erste Abbildung zeigt die AfD-Stimmanteile bei der Bundestagswahl 2013, der Europawahl 2014, der jeweiligen Landtagswahl (das Datum ist unter dem Länder-Kürzel angegeben) und schließlich die Bundestagswahl 2017.

Die zweite Abbildung zeigt die prozentuale Abweichung der Landesergebnisse vom Bundesergebnis der jeweiligen Wahl (im Fall der Landtagswahlen ist die Abweichung vom Durchschnitts-AfD-Landtagswahlergebnis von 10,5% gezeigt, siehe unten).

Die Landtagswahlen bedürfen offensichtlich einer gesonderten Betrachtung, da hier die zeitliche Komponente hinzukommt. Insgesamt ergibt sich folgendes Bild:

  • Die Bundestagswahlen 2017 ergaben ein, vorher so nicht dagewesenes, starkes Übergewicht der neuen Bundesländer. Die Dominanz ist so stark, dass selbst in Bayern – dem alten Bundesland mit den besten AfD-Ergebnissen – die AfD noch leicht unter dem Bundesdurchschnitt lag.
  • Die absolute AfD-Hochburg war und ist Sachsen. Sachsen sticht sogar unter den neuen Bundesländern nochmals hervor. Die 27,9% der Bundestagswahl 2017 sind bisher der absolute Rekord auf Landesebene, gleichzeitig wurde hier die AfD zum ersten Mal in ihrer Geschichte in einem Bundesland stärkste Partei. Die Landtagswahl in Sachsen fand bereits am 31.8.2014 statt – es war der erste Landtagseinzug der AfD überhaupt – weshalb dieses Ergebnis sich etwas mager im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ausnimmt (wenn man es stattdessen mit den beiden vorangegangenen Wahlen in Sachsen – der Bundestagswahl 2013 und der Europawahl 2014 – vergleicht, passt es ins Bild).
  • Thüringen und Brandenburg folgen stabil (aber schon mit gewissem Abstand) auf den Plätzen 2 und 3. Auch hier fanden die Landtagswahlen bereits 2014 (zwei Wochen nach Sachsen) statt. Der „Hänger“ bei den Europawahlen 2014 besonders in Thüringen (und umgekehrt die Top-Performance in Hessen bei der selben Wahl) ist wohl damit zu erklären, dass in Thüringen und Brandenburg genau wie in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und NRW am selben Tag auch Kommunalwahlen stattfanden (und in Niedersachsen wurden Bürgermeister und Landräte neu gewählt), so dass hier die Wahlbeteiligung etwas besser ausfiel und die etablierten Parteien mehr Wähler mobilisieren konnten als in den übrigen Bundesländern.
  • Auf den Plätzen 4 und 5 folgen die dünner besiedelten neuen Bundesländer Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Insbesondere Sachsen-Anhalt hinkte deshalb 2013 und 2014 noch deutlich hinterher. Bei den Landtagswahlen profitierte die AfD in beiden Ländern – genau wie in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Berlin – allerdings vom Hype des Jahres 2016 (an welchen bei den Bundestagswahlen 2017 in keinem dieser Länder angeknüpft werden konnte). In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wurde die AfD bei den Landtagswahlen jeweils zweitstärkste Partei, rein rechnerisch wären in beiden Ländern Koalitionen mit der AfD als stärkster Kraft möglich gewesen.
  • Bei den alten Bundesländern scheint sich ein stabiles Süd-Nord-Gefälle herausgebildet zu haben (wenn man von der Ausnahme Berlin – zu etwa einem Drittel ein neues Bundesland – absieht). In Bayern hat es offenbar länger gedauert, die Festung CSU sturmreif zu schießen, 2013 schnitt die AfD dort noch deutlich unterdurchschnittlich ab, aber jetzt steht Bayern unter den alten Ländern an der Spitze, gefolgt von Baden-Württemberg, Berlin und schließlich den übrigen Süd-Ländern Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. In Hessen und im Saarland, 2013 noch auf den Plätzen 4 und 7, scheint sich die AfD seit 2013 eher unterdurchschnittlich entwickelt zu haben. Die Landtagswahl in Hessen fand allerdings am selben Tag wie die Bundestagswahl 2013 statt (sie gehörte somit zum ersten Wahlantritt der AfD überhaupt und wurde zur einzigen Landtagswahl, bei welcher die AfD landesweit an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte). Die Landtagswahl im Saarland hingegen datiert auf den 26.3.17 (die erste Wahl des Jahres 2017, der Hype von 2016 war offenbar vorbei), hier wurde das schlechteste Landtagswahlergebnis seit 2015 geholt.
  • Und schließlich folgen die stabil hinten liegenden Nord-Länder – in der Reihenfolge Bremen, NRW, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Auch in Hamburg und besonders Schleswig-Holstein ist die Entwicklung seit 2013 eher unterdurchschnittlich, Bremen, NRW und Niedersachsen hingegen (drei Länder von völlig unterschiedlichem Charakter) sind eher stabil schlecht. Die Landtagswahlen (Bürgerschaftswahlen) in Hamburg und Bremen fanden 2015 noch vor dem Hype statt, die in Schleswig-Holstein und NRW 2017, also danach.

Das Durchschnitts-AfD-Landtagswahlergebnis von 10,5% wurde wie folgt ermittelt: Es wurde die Zahl der AfD-Wähler bei allen 14 Landtagswahlen mit AfD-Beteiligung summiert. Im Fall von Hamburg und Bremen wurde zu diesem Zweck eine hypothetische Anzahl AfD-Wähler angenommen. Diese wurde durch Multiplikation der Prozentzahl an AfD-Stimmen mit der Anzahl gültiger Stimmzettel erhalten (in Hamburg können die Wähler bis zu 10 Stimmen vergeben, in Bremen bis zu 5)  Die Summe der AfD-Wähler wurde dann durch die Summe aller gültigen Stimmen (bzw. aller gültigen Stimmzettel im Fall von Hamburg und Bremen) dieser 14 Wahlen dividiert.

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